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Beschwichtigungssignale beim Hund erkennen: Hilfe durch den Kurs Körpersprache

Beschwichtigungssignale beim Hund erkennen: Hilfe durch den Kurs Körpersprache
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Es ist ein schwüler Abend im Juli, und das rhythmische, pfeifende Schnarchen meines alten Mischlings unter dem Küchentisch ist das einzige Geräusch im Haus, abgesehen vom leisen Summen meines Laptops. Auf dem Tisch steht eine Tasse kalter Kamillentee, die ich völlig vergessen habe, während ich mir zum dritten Mal eine Sequenz aus einem Video ansehe. Vorhin rief mich eine ehemalige Kollegin aus dem Tierheim an — völlig aufgelöst. Ein rumaenischer Strassenhund, erst seit drei Tagen in der Vermittlung, hatte zugepackt. 'Er war ganz ruhig', sagte sie unter Tränen, 'er hat gar nichts gemacht.' Und genau da liegt der Fehler, den ich in 22 Jahren Tierheimarbeit hunderte Male gesehen habe.

Bevor wir tiefer in die Materie einsteigen, ein kurzes Wort zur Transparenz: Auf dieser Seite findest du Affiliate-Links. Wenn du über einen dieser Links einen Kurs kaufst, erhalte ich eine Provision — für dich entstehen keine Mehrkosten. Ich vergleiche hier nur Programme, deren Methoden ich in meiner Zeit in der Verhaltensabteilung selbst in der Hand hatte oder die ich systematisch auf ihre Praxistauglichkeit für 'echte' Hunde geprüft habe. Volle Transparenz ist mir wichtig, gerade wenn es um die Sicherheit von Mensch und Tier geht.

Das Missverständnis mit der Ruhe

Was meine Kollegin als Ruhe interpretierte, war in Wirklichkeit ein klassischer 'Freeze'. In der Welt der Beschwichtigungssignale, die vor allem durch Turid Rugaas bekannt wurden, ist das Einfrieren oft das letzte Warnsignal vor einer Explosion. Wenn ein Hund traumatisiert ist — wie viele unserer Schützlinge aus dem Auslandstierschutz —, fallen die feinen Nuancen oft weg. Da gibt es kein deutliches Gähnen oder übertriebenes Pfoteanheben mehr. Da gibt es nur noch das starre Auge und die Millisekunde, in der die Muskulatur fest wird.

Ich merke seit meinem Vorruhestand, dass ich diese analytische Brille nicht absetzen kann. Wenn mich Freundinnen fragen, welcher Kurs für ihren neuen Hund passt, lande ich oft beim Thema Wahrnehmung. Wir Menschen sind einfach zu langsam für Hunde. Während wir noch überlegen, ob der Hund gerade freundlich guckt, ist die Kommunikation eigentlich schon drei Sätze weiter. Deshalb habe ich angefangen, mir Formate wie den Kurs Körpersprache und Verhalten von Desiree Scheller genauer anzusehen. Er ist seit etwa 1,6 Jahren am Markt und füllt eine Lücke, die wir im Tierheim oft schmerzhaft gespürt haben: das Training des menschlichen Auges.

Nahaufnahme eines Hundegesichts mit subtilen Anzeichen von Stress und Meideverhalten.

Warum Bücher allein bei Traumahunden versagen

Ich erinnere mich an einen Fall im Tierheim, einen Herdenschutzmix, den ich später selbst übernommen habe. Er war ein Meister der Mikrosignale. Einmal versuchte ich einer Freundin am Telefon zu erklären, wie ein 'Züngeln' (Lip Lick) aussieht, wenn es kein Hunger, sondern Stress ist. Ich scheiterte kläglich. Man kann das Timing, die Spannung im Lefzenwinkel und die Frequenz nicht beschreiben, man muss es sehen. Ohne eine Video-Referenz ist man als Laie aufgeschmissen.

In Schellers Kurs wird viel mit Videomaterial gearbeitet. Das ist der Punkt, an dem ich am Küchentisch sitze und denke: Hätten wir dieses Material vor zehn Jahren für unsere ehrenamtlichen Gassigänger gehabt, hätten wir einige Bissvorfälle verhindern können. Ein Buch zeigt ein Standbild eines gähnenden Hundes. Aber zeigt es auch, wie der Hund sich danach schüttelt, um den Stress abzubauen? Oder wie er den Blick abwendet, während der Körper bereits in eine andere Richtung drängt? Das sind die Details, die darüber entscheiden, ob eine Begegnung an der Leine eskaliert oder entspannt bleibt.

Interessanterweise kommen viele Halter erst zu solchen Kursen, wenn das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist. Dabei ist das Lesen der Hundesprache die Basis für alles andere. Wer nicht sieht, wann sein Hund überfordert ist, braucht mit Sitz und Platz gar nicht erst anfangen. Bei einem Hund, der ständig im Arbeitsmodus ist, hilft kein Kommando, sondern nur das Verständnis für seine körperliche Anspannung. Wer dazu mehr wissen will, sollte sich ansehen, wie Körpersprache beim Abschalten hilft.

Der Unterschied zwischen Wissen und Handeln

In meiner Zeit in Münster habe ich oft beobachtet, dass Menschen zwar die Theorie kennen — sie wissen, dass ein eingezogener Schwanz Angst bedeutet —, aber sie erkennen die Vorstufen nicht. Ein Hund aus dem Tierschutz, der Schlimmes erlebt hat, zeigt oft gar keine 'Standard'-Signale mehr. Er hat gelernt, dass Beschwichtigung nichts bringt, und springt sofort in die Defensive. Oder er zeigt den erwähnten Freeze, der oft fälschlicherweise als Gehorsam interpretiert wird.

Wenn ich mir Kurse wie Körpersprache und Verhalten ansehe, achte ich darauf, ob sie auch diese 'leisen' Hunde abholen. Es ist einfach, einen pöbelnden Terrier zu analysieren. Aber einen in sich gekehrten Angsthund zu lesen, der nur durch ein minimales Weiten der Pupillen (den sogenannten 'Whale Eye') zeigt, dass er kurz vor der Panik steht — das ist die wahre Kunst. Als ich im Kurs eine Sequenz mit genau so einem Blick sah, zog sich mir kurz die Brust zusammen. Es war exakt derselbe Blick, den mein HSH-Mix an seinem ersten Tag bei mir hatte.

Für manche Halter ist dieser Fokus auf Körpersprache vielleicht zu trocken. Sie wollen 'Lösungen', sie wollen wissen, welchen Knopf sie drücken müssen. Aber Hunde haben keine Knöpfe. Wer einen Hund hat, der andere Hunde fixiert, braucht keine neue Leine, sondern muss lernen zu sehen, in welcher Millisekunde die Entscheidung zur Pöbelei fällt. Da ist ein Kurs wie Führen nach Cordt eine starke Ergänzung, weil Mirjam Cordt extrem viel Erfahrung mit schwierigen Charakteren hat. Nicht umsonst liegt die Stornoquote bei ihr unter 3 Prozent — wer sich darauf einlässt, merkt schnell, dass es um die eigene Präsenz geht, nicht um Tricks.

Wann ein Kurs an seine Grenzen stößt

Ich bin die Letzte, die behauptet, ein Online-Kurs sei das Allheilmittel. Wenn ein Hund bereits schwere Auflagen hat oder Menschen gefährdet, ist der Weg zum Profi vor Ort alternativlos. Auch bei massiven Angststörungen, die medikamentös begleitet werden müssen, reicht ein Video nicht aus. Aber: Ein Kurs kann das Auge so weit schulen, dass man im Training vor Ort überhaupt erst versteht, was der Trainer meint.

Ein Beispiel aus der Praxis: Wir hatten im Tierheim einen Mischling, der bei jeder Annäherung die Pfote hob. Viele hielten das für 'Geben der Pfote' oder Betteln. In Wahrheit war es ein massives Beschwichtigungssignal, gepaart mit einer enormen inneren Anspannung. Die Methode 'Ignorieren', die damals oft für Betteln empfohlen wurde, führte bei ihm zu Frust und schließlich zum Schnappen. Hätten die Pfleger damals die Körpersprache richtig gedeutet, hätten sie den Hund aus der Situation genommen, statt ihn ins Leere laufen zu lassen.

Für Haushalte mit mehreren Hunden ist das Ganze noch komplexer. Da fliegen die Signale nur so hin und her. Wer da nicht schnell genug ist, hat bald ein Mobbing-Problem im Wohnzimmer. Karine Mastroleo bietet hier mit ihrem Online Kurs Mehrere Hunde einen guten Leitfaden. Mit 31 Lektionen und 52 Videos ist das recht kompakt, aber gerade das Video-Material ist entscheidend, um zu sehen: Ist das noch Spiel oder kippt die Stimmung gerade?

Fazit vom Küchentisch

Während ich das hier schreibe, hat sich mein Alter im Schlaf einmal um die eigene Achse gedreht und tief geseufzt. Ein Zeichen von Entspannung? Ja, in diesem Fall schon. Aber ich weiß das nur, weil ich tausende Hunde beobachtet habe — die, die gebissen haben, und die, die sich aufgegeben hatten. Die meisten Menschen haben diese 22 Jahre Erfahrung nicht. Und das ist okay.

Wer einen Tierschutzhund bei sich aufgenommen hat, steht oft vor einem Rätsel. Man möchte alles richtig machen, liest drei Ratgeber und ist am Ende verwirrter als vorher. Mein Rat nach zwei Jahrzehnten im Zwinger und auf dem Platz: Investiere in dein Auge. Lerne zu sehen, bevor du handelst. Ein Kurs wie Körpersprache und Verhalten ist kein Hexenwerk, aber er gibt dir die Struktur, die man braucht, um aus dem 'Bauchgefühl' eine fundierte Beobachtung zu machen. Es ist der Unterschied zwischen Management eines Problemhundes und dem echten Zusammenleben mit einem Partner.

Wenn du merkst, dass du bei den Signalen deines Hundes unsicher bist — besonders wenn er aus dem Tierschutz kommt und vielleicht schon die ersten 'Missverständnisse' im Alltag aufgetreten sind —, schau dir das Material von Desiree Scheller an. Es ist ein solider Einstieg, um die Sprache zu lernen, die dein Hund schon sein ganzes Leben spricht.

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